TROSSINGEN – Nach dem Motto „Doppelt hält besser“ sind die Freien Wähler Trossingen verfahren und haben Gustav Betzler und Hermann Maier zu Vorsitzenden im Doppelpack gewählt. Wie funktioniert die Zusammenarbeit der beiden Nachfolger Heinz Messners? Was passiert, wenn sie unterschiedlicher Meinung sind? Wir sprachen mit den beiden.

Wie arbeitet eine Doppelspitze? Tauschen Sie sich regelmäßig über Trossinger Themen aus?

Maier: Im Sommer sind wir jeden Montagabend zwei Stunden Rad gefahren, da haben wir die Besprechung gleich noch mit Sport verbunden.

Betzler: Wir telefonieren drei Mal die Woche miteinander. Wir müssen wissen, was der andere denkt. Da geht es dann etwa um Fragen, wie wir vorgehen, wenn sich ein Bürger mit einem Anliegen an uns wendet. Bei konkreten Dingen stellen wir einen Kontakt zum Bürgermeister her. Zudem tauschen wir uns per E-Mail aus.

Sie sind sicher nicht immer einer Meinung. Wie gehen Sie in diesen Fällen vor?

Maier: Wir versuchen dann immer, einen Mittelweg zu finden.

Betzler: Oder es gelingt dem einen, den anderen von seiner Meinung zu überzeugen.

Warum haben die Freien Wähler eine gleichberechtigte Doppelspitze eingeführt?

Betzler: Wir sind beide selbstständig und 24 Stunden am Tag sind eine endliche Größe. Zumal wir beide Familien mit jungen Kindern haben, die uns brauchen. Das lässt für keinen die Zeit, die notwendig ist, eine vernünftige Vorstandsarbeit allein zu stemmen. Wir haben beide gesagt, dass wir es nicht allein machen können und zu zweit probieren wollen.

Was haben Sie in den ersten fünf Monaten nach Ihrer Wahl bei den Freien Wählern geändert?

Maier: Die Fraktionssitzungen waren bisher immer eine Stunde vor dem Gemeinderat, wir haben über anstehende Themen diskutiert. Nun haben wir ein Fraktionsfrühstück eingeführt. An einem Morgen vor dem Gemeinderat treffen wir uns im Wechsel bei einem Fraktionsmitglied, um im lockeren Rahmen über die Themen zu sprechen und über den Weg der Freien Wähler.

Wohin soll denn der führen?

Betzler: Die Struktur des Vereins muss sich so ändern, dass er von unten nach oben noch durchlässiger wird. Ich glaube, dass die Bereitschaft, sich an der Kommunalpolitik zu beteiligen, da ist. Jedoch müssen wir unsere über hundert Mitglieder in Trossingen noch mehr aus der Reserve locken.

Ist dies eines Ihrer Ziele für das kommende Jahr?

Maier: Ja, es soll sich eine gewisse Begeisterung entwickeln bei unseren Mitstreitern. Und die wollen wir auch bei Vereinen und der Bevölkerung für parteifreie Kommunalpolitik wecken. Zudem sind wir nach dem Führungswechsel weiter in einem Prozess der Akklimatisierung. Es gilt, Routine zu bekommen in der Führung des Vereins. Wenn man immer in der zweiten Reihe stand und der Wind dann von vorne kommt, braucht es eine gewisse Zeit, um den Wind auszuhalten.

Der neue Vorstand


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