Trossingen-Schura. Traditionsgemäß kamen die Kandidaten der Freien Wähler Trossingen wenige Wochen vor den Wahlen ins Rathaus nach Schura, um sich über das aktuelle Geschehen im Ortsteil bei Ortsvorsteher Dieter Kohler zu erkundigen. Auch drei Kirchengemeinderäte berichteten.

Für Heidi Kohler, Bernd Kohler und Helmut Hohner war es ein bedeutender Tag, denn nur eine Stunde später wurden die Beschlüsse zur Fusionierung der Kirchengemeinden Schura und Trossingen gefasst (siehe extra Bericht). Der Schuraer Kirchengemeinderat könne dieser Vollfusion mit Trossingen im Zuge des Pfarrplans 2018 der Landeskirche Württemberg nur Gutes abgewinnen betonte Helmut Hohner. „Ihr werdet also nicht untergehen“, war die Feststellung von Heinz Messner von den Freien Wählern. Nein, ganz sicher nicht, denn es sei für Schura wichtig, dass wieder ein Pfarrer komme und sobald das Pfarrhaus saniert ist – nach derzeitigem Stand im Sommer 2015 – dort einziehen kann.  Die Chance, dass sich auf eine Stellenausschreibung für Schura ein Pfarrer bewerben werde, sei nach Aussage des Prälaten gegeben „weil der Pfarrer in einem Team arbeiten kann mit dem Schwerpunkt Jugend und Familie“, so Heidi Kohler. Auf Nachfrage von Heinz Messner erklärte Bernd Kohler, dass die finanziellen Mittel für die Pfarrhaussanierung gesichert seien, der überwiegende Teil seien staatliche Gelder, Landeskirche und Kirchengemeinde übernehmen weitere Teile, aber „die Verwaltungsmühlen mahlen sehr langsam“, so Bernd Kohler. Ärgerlich für ihn sei die Tatsache, dass es sich nicht um eine komplette energetische Sanierung handelt, das einzig Positive sei der Einbau neuer Fenster. Wegen der  Pfarrhaussanierung habe sich sogar ein Bürger an den Ministerpräsidenten gewandt, herausgekommen sei dabei nichts „außer ein paar Monaten Zeitverzug“. Das Fazit von Heinz Messner: „Die Fusionierung finde ich sehr gut und hoffe es läuft alles in gutem Einvernehmen“. Es profitieren beide Seiten davon und „nach Schura kommt wieder ein Pfarrer“, so Ortschaftsrat Jürgen Haller.

Heinz Messner spann den Bogen zur bürgerlichen Gemeinde und Kirchengemeinderätin Heidi Kohler erklärte spontan, dass sie es auch für die Zukunft sehr wichtig fände, dass die Teilortswahl in Schura erhalten bleibt. „Es war beim Eingemeindungsvertrag vor fast 43 Jahren die Verpflichtung, dass Schura drei Sitze im Gemeinderat hat“, sagte Heinz Messner. Ob dies langfristig so möglich sein wird, wisse er nicht „aber ich gehe davon  aus, das Gremium in Schura ist so gestimmt“. Man habe die Schuraer Entscheidungen im Trossinger Gemeinderat immer mitgetragen, die Ortschaftsräte kennen sich in Schura aus und treffen die richtigen Entscheidungen. „Aus meiner Sicht funktioniert das Zusammenspiel Ortschaftsrat und Gemeinderat sehr gut“, betonte Ortsvorsteher Dieter Kohler „wir sind in Schura seit mehr als vier Jahrzehnten mit dieser Fusion sehr gut gefahren“.

Der Ortsvorsteher informierte detailliert über aktuelle Schurarer Themen, wie die Sanierung in der Espachstraße, das geplante, aber vom Landkreis zu entscheidende Installieren einer stationären Überwachungsanlage in der Trossinger Straße, die weitere Dorfentwicklung, die Schönbachrenaturierung unter Einbezug des Bibers und nicht zuletzt mit dem in der Nachbargemeinde Tuningen wieder ganz aktuellen Thema, dem  Bau einer Justizvollzugsanstalt. „Das Liapor-Gelände ist auf der Hitliste des Landes an erster Stelle“, so Dieter Kohler und man sehe von Schura aus gespannt auf den Bürgerentscheid in Tuningen am 6. Juli. „Das Thema ist aber, egal wie der Bürgerentscheid ausfällt, noch lange nicht vom Tisch“.

Gustav Betzler von den Freien Wählern zeigte sich beruhigt in Sachen „Fusionierung der Kirchengemeinde“, er habe den Eindruck gewonnen, die Zusammenarbeit sei sehr harmonisch und mit Blick auf die bevorstehenden Wahlen: Wir stellen uns  einen fairen Wahlkampf auf Augenhöhe vor und werden alles dafür tun, dass der Friede im Gemeinderat bleibt“.

Kandidaten der Freien Wähler, Kirchengemeinderäte von Schura und der Ortsvorsteher saßen an einem Tisch, um über aktuelle Schuraer Themen zu diskutieren.

Kandidaten der Freien Wähler, Kirchengemeinderäte von Schura und der Ortsvorsteher saßen an einem Tisch, um über aktuelle Schuraer Themen zu diskutieren.


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